GEBURTSBERICHT (31+4)

Um 17 Uhr waren wir zu hause angekommen 🙂 Endlich wieder daheim, gewohnte Umgebung und mein geliebter, kleiner Hund, der mich schon sehnsüchtig erwartet hat. Wundervoll!

Ich legte mich direkt hin, ruhte mich aus und genoss es einfach. Nach ein paar Stunden (es war gg 21 Uhr) Handy surfen und liegen machte sich Hunger breit und ich wollte in die Küche gehen.

Beim Aufstehen bemerkte ich, wie es auf einmal warm wurde…. hab ich mir in die Hose gepinkelt??? Ich sah an mir herab, lief schnell auf die Toilette. Es lief einfach… bei jeder Bewegung kam wieder ein Schwall Wasser. Völlig farblos… ich rief nach Micha:

DIE FRUCHTBLASE IST GEPLATZT!!!!!!!!

Als erstes rief ich im Krankenhaus an um mit einer Hebamme zu sprechen. Können wir noch warten? Sollen wir mit dem Auto los? Oder etwa mit dem Krankenwagen?

Die Hebamme meinte: „Krankenwagen rufen, denn es darf nur liegend transportiert werden.“

Gesagt, getan. Wir riefen die Notrufzentrale an. Zuerst gab es eine Diskussion, weshalb wir nicht einfach mit dem Auto in die Klinik fahren würden. Nunja, Frühchen, Wehenhemmer etc… nach einer 4 minütigen Diskussion schickte er dann endlich einen Wagen raus. Ich lief noch herum um meine eben ausgepackte Tasche wieder notdürftig zusammen zu packen. Micha stopfte einfach alles in eine Sporttasche was er fand und rief meine Mutter an, sie sollte auf Billy aufpassen.

Nach 10 Minuten war auch schon der Transporter da. Ich kam ihnen entgegen, legte mich auf die Liege und ab ging es ins Krankenhaus. Ehrlich gesagt war ich ruhiger und gefasster, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Es kam so plötzlich, dass gar keine Zeit war wirklich zu realisieren, was jetzt eigentlich passiert. Ich bat den Rettungssanitäter meine Hand zu halten und irgendetwas zu erzählen, damit ich nicht in Panik ausbrach. 15 Minuten (gg 22 Uhr) später waren wir schon in der Klinik und ich wurde in den Kreißsaal gebracht. Zunächst in ein bequemes Bett im kleinem Behandlungszimmer, welches ich ja wenige Stunden zuvor erst verlassen hatte. Das CTG wurde naturlich auch direkt angeschlossen. Natürlich waren Wehen sichtbar und diesmal auch für mich spürbar. Es fühlte sich zunächst an wie Magen-Darm-Krämpfe, aber noch gut auszuhalten um noch ein wenig die Augen zu schließen und Kräfte zu sammeln.

Gg 23 Uhr kam dann die Ärztin in den Raum und bat mich in den Untersuchungsraum für einen Ultraschall. Muttermund war auf 1 cm geöffnet, Köpfchen spürbar. Baby wird auf ca. 1900 gr geschätzt. Sie meint man könne davon ausgehen, dass sich jede Stunde der Muttermund um 1 cm öffnet. Also bis zur Geburt noch ca. 9 Stunden vergehen können. Ich soll mich hinlegen und noch ausruhen.

Gg 23:15 Uhr war ich dann wieder im Bett am CTG und versuchte erneut die Augen zu zu machen. Jedoch bemerkte ich, wie ich bei jeder Wehe etwas mehr atmen musste und die Schmerzen zunahmen. Unsere liebe Hebamme Lale kam dann auch zu uns ins Zimmer, denn ihre Schicht hatte gerade begonnen. War ich erleichtert! Ich kannte sie schon recht gut und sie hat eine unfassbar ruhige und liebe Ausstrahlung! Ich erzählte ihr von meinen Sorgen, dass ich die Schmerzen evtl. nicht aushalte könnte. Sie meinte eine PDA wäre in diesem Fall eine Option. ABER: Ich hatte am Mittag erst eine Thrombosespritze bekommen. Also KEINE PDA für mich… „super“ Voraussetzungen 😉

23:45 Uhr kam Lale noch einmal zu uns ins Zimmer um nach mir zu sehen. Ich atmete schon recht schwer bei jeder Wehe und sie war doch verwundert, als sie mich dabei sah. Sicherheitshalber wollte sie mich untersuchen. Muttermund war nun auf 6 cm! Ab in den Kreißsaal! Ich wurde in einem Rollstuhl in den Kreißssaal gefahren und ein an schnurloses CTG angeschlossen. Ohja, so langsam spürte ich die Wehen mehr als deutlich.

0:25 Uhr lief ich hin und her, hielt mich am liebsten an der Sprossenwand oder an Micha fest und veratmete die Wehen. Sobald sie weg war, haben wir uns unterhalten, aus dem Fenster gesehen und Witze gemacht. Er setzte sich auf einen Rollstuhl, fuhr durchs Zimmer und schrie „Huiiiiiii!“ 😀

1:15 Lale kam zu uns, und meinte: “ Sobald Sie einen Druck nach unten verspüren, als müssten sie ganz dringend auf die Toilette, holen Sie mich direkt!“. Kaum hatte Sie den Raum verlassen war es soweit. Micha lief direkt hitner ihr her und holte Lale zurück. Ich durfte mich auf die Liege legen. Der Muttermund war nun ganz geöffnet und es ging los: Pressen, sobald eine Wehe kam! Ab dem Moment taten die Wehen tatsächlich höllisch weh. Ich bekam Suerstoff unter die Nase gehalten und musste jedes mal mit pressen. Es fühlte sich an, als würde man Steine kacken… klingt seltsam, aber genau so ist es 😉 ein wahnsinniger Druck nach unten, mit dem Gefühl es zerreisst alles. Und wieder eine Wehe und ich quietschte auf. NEIN! Immer Kopf zur Brust und pressen! Ich fragte immer wieder: wie viele Wehen noch???

Es kamen noch zwei Hebammen dazu und der Kinderarzt. Davon habe ich während den Pressehen aber nicht viel mitbekommen. Endlich kam die erlösende Anwort: eine noch! Nur noch eine Wehe!

Gut, ich nahm meine Kräfte zusammen und presste… und dann ging alles ganz schnell.

1:34 Uhr war er dann auf der Welt, unser kleiner Finn <3

Micha durfte die Nabelschnur durchtrennen 🙂

Der Kinderarzt nahm ihn sofort in Empfang, wir hörten nur ein leises kurzes „aufschreien“ und sie nahmen ihn mit. Ich wurde versorgt, bekam eine Oxytocininfusion, Sauerstoff und wurde mit warmen Handtüchern zugedeckt.

1:50 Uhr Kam der Kinderarzt mit Finn im Brutkasten und mit CPAP zu uns ins Zimmer. Wir durften seine Hand halten und ihn willkommen heißen. Es war geschafft! Wir waren so stolz auf unser Kind und auch aufeinander…

 

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