Am nächsten Tag…

Heute bin ich 30+4, die Nacht war wieder kurz, denn die Spritze musste getauscht werden, ich hatte gefühlt ständig einen harten Bauch, Magenschmerzen und war zittrig. Es schlägt eben alles doch sehr auf den Körper… aber man weiß ja, wofür man alles tut.

Gegen Mittag ging es wieder zum CTG und es waren IMMERNOCH Wehen zu sehen. Das darf doch wohl nicht wahr sein!!! Heute sollte doch die Tokolyse reduziert werden! Es wurde später bei der Visite entschieden: Natürlich keine Reduzierung. War ja auch vollkommen verständlich.

Schwierig für mich im Krankenhaus war es, abgesehen, dass es eben ein Krankenhaus ist, dieser ständige Venöse Zugang. Kurz duschen war nicht wirlich möglich. Der Zugang war an meiner rechten Hand am Handgelenk gelegt worden. Somit ist Zähne putzen, ja, sogar schreiben oder tippen schwierig. Man kann irgendwie nichts machen oder sich ablenken, weil die ganze Zeit etwas an einem zuppelt. Sogar beim schlafen muss man aufpassen, dass man sich nicht dreht…

Am Ende habe ich insgesamt 5 Zugänge gebraucht, weil ständig die Nadel eingerissen ist oder angefangen hat zu bluten. Aber dazu später mehr…

Die Wehen MÜSSEN gestoppt werden!!! (langer Beitrag)

Nachdem ich mit Sack und Pack im Krankenhaus angekommen war, wurde ich erstmal wieder ans CTG angeschlossen. Dieses zeigte unverändert die regelmäßigen vorzeitigen Wehen an. Ich bekam einige Tabetten (Adalat), die die Wehentätigkeit stoppen sollte. Ich fragte wann ich denn wieder aufstehen könnte. Die Aussage der Hebamme war: „Sie verlassen diesen Raum erst, wenn das CTG keine Wehentätigkeit mehr schreibt.“ Oha, das kann ja dauern… und so war es.

Alle 30 Minuten bekam ich eine Tablette. Meine Güte gingen die auf den Kreislauf. Anfangs dachte ich, das wird schon gut über die Bühne gehen, doch merkte nach ca. 1,5 Stunden wie mein Kreislauf langsam absackt und mir schwindelig wird… mit der Zeit bin ich am ganzen Körper knallrot geworden… doch die Wehen waren immernoch zu sehen. Also hieß es Zähne zusammenbeißen und weiter durchhalten. Zwischendurch bekam ich noch die Lungenreifespritze.

Insgesamt lag ich ca 3-4 Stunden am CTG, bis die Wehen aufgehört hatten. (Es durfte mind. 30 Minuten lang keine Wehe mehr sichtbar sein). Als ich endlich aufstehen durfte und an mir herabsah, wurde mir ganz anders… komplett rot von oben bis unten und meine Arme bis zu den Fingern waren sehr angeschwollen. Ich war komplett fertig. Körperlich und geistig sehr mitgenommen wollte ich nur noch auf mein Zimmer und mich ausruhen.

Die ganze Prozedur dauerte 6 Stunden, dann bekam ich ein Zimmer zugewiesen. Ich bekam die Anweisung alle 8 Stunden eine Adalat-Tablette einzunehmen (musste den Wecker stellen, denn das Einhalten der Zeit war enorm wichtig).

Vorzeitige Wehen und harter Bauch? HEBAMMEN-Tipp für alle :)

Natürlich habe ich auch meiner Hebamme bescheid gegeben und gefragt, was ich selbst denn tun kann.

Eine Übung, um den Gebärmutterhals zu entlasten: Auf alle Viere gehen, und dann mit dem Oberkörper nach unten. „Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh´“, dachte ich mir immer wieder 😀 das mehrmals täglich für ein paar Minuten. Nimmt den Druck nach unten.

Produkte: Aus der Apotheke habe ich mir Toko-Öl und Bryophyllum geholt. Mit dem Toko-Öl 2-3 mal täglich ganz ganz sanft nur den Bauch etwas einlen, nicht (!) massieren! Das soll die Wehentägigkeit mindern. Bryophyllum ist ein grobkörniges Pulver, dass nicht schlecht schmeckt. Im akuten Fall soll man alle 45 Minuten eine Messerspitze auf der Zunge zergehen lassen. Ansonsten alle paar Stunden eine Messerspitze.

Beides Produkte sind nicht günstig, aber wenn sie helfen, dann gibt man das Geld eben aus. Von dem Öl habe ich sogar noch etwas übrig, falls jemand Interesse hat 🙂